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Das Abenteuer mit des Teufels Fuß.  Arthur Conan Doyle
Buch. Das Abenteuer mit des Teufels Fuß
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Von Zeit zu Zeit berichte ich von interessanten Erinnerungen und seltsamen Erfahrungen, die ich zusammen mit meinem lang-jährigen und sehr lieben Freund, Mr. Sherlock Holmes, gemacht habe. Ich habe jedoch ständig mit einer bestimmten Schwierigkeit zu kämpfen. Er liebt es nämlich gar nicht, wenn seine Fälle veröffentlicht werden. Sein ernster Geist lehnt öffentliche Loblieder zynisch ab. Nichts kann ihn mehr amüsieren, als wenn er am Ende eines erfolgreichen Falles alle Lorbeeren einem Inspektor der offiziellen Polizei weiterreichen kann. Mit spöttischem Lächeln und innerer Genugtuung nimmt er die falschen Gratulationen zur Kenntnis.

Es liegt an seiner Einstellung zu Veröffentlichungen, die ich zu respektieren habe, und nicht etwa an mangelndem Material, daß ich dem Publikum in den letzten Jahren so wenige Geschichten vorgelegt habe. Meine Teilnahme an seinen Abenteuern ist immer ein Privileg, das mir Diskretion und Schweigen auferlegt.

So war es eine große Überraschung für mich, als ich am letzten Dienstag ein Telegramm von ihm erhielt - er würde niemals einen Brief schreiben, wenn ein Telegramm den gleichen Dienst tut - mit folgendem Inhalt:

»Warum schreiben Sie nicht über den >Schrecken von Cornwall<, den seltsamsten aller Fälle, die ich bearbeitet habe?« Ich weiß nicht, was ihm gerade dieses Ereignis wieder ins Gedächtnis zurückgerufen hat oder welche Laune ihm eingab, mich darüber schreiben zu lassen. Jedenfalls beeilte ich mich, mit meinem Bericht zu beginnen, bevor er es sich anders überlegte und seinen Vorschlag widerrief. Ich suchte mir meine Notizen heraus - alle Einzelheiten, die ich mir damals notiert hatte - und lege nun die Geschichte meinen Lesern dar.

Es war im Frühjahr 1897. Angesichts einer gleichbleibenden harten Arbeit, bei der es um höchste Genauigkeit ging, zeigte Holmes' eiserne Konstitution Symptome von Erschöpfung, ein Zustand, an dem er nicht ganz unschuldig war, da er gelegentlich auch Raubbau mit seiner Gesundheit trieb und sich zuviel zumutete. Im März dieses Jahres empfahl der berühmte Dr.

Moore Agar von der Harley Street - auf welche dramatische Weise ihn Holmes kennengelernt hat, werde ich vielleicht ein andermal berichten - also, dieser berühmte Arzt empfahl Holmes dringend, alle Arbeit und sämtliche Fälle zur Seite zu legen und sich eine absolute Ruhepause zu gönnen, falls er nicht einen völligen gesundheitlichen Zusammenbruch riskieren wolle.

Über seinen Gesundheitszustand kümmerte Holmes selbst sich am allerwenigsten, solange nur sein Geist gut funktionierte. Weil man ihm aber die drohende völlige Arbeitsunfähigkeit vor Augen stellte, ließ er sich schließlich doch überzeugen und entschloß sich zu Tapetenwechsel und absoluter Ruhe. So mieteten wir also in der Nähe der Poldhu-Bucht, am äußersten Ende der Halbinsel von Cornwall, eine kleine Kate.

Es war ein einmaliges Stückchen Erde und paßte besonders gut zu der grimmigen Laune me ines Patienten. Vom Fenster unseres kleinen, weißgetünchten Hauses aus, das auf einer grasbewachsenen Anhöhe stand, konnten wir hinuntersehen auf den unheilvollen Halbkreis der Mounts Bay. Mit ihrem schwarzen Klippenrand und den gefährlichen Riffen war sie eine berüchtigte Todesfalle für Segelschiffe, wo schon unendlich viele Seeleute ihr Ende gefunden hatten. Bei Nordwind liegt die Bucht friedlich da und bietet den sturmgebeutelten Schiffen Ruhe und Schutz an. Wehe aber, wenn plötzlicher Wirbelwind oder ein wilder Sturm aus Südwest aufkommt! Dann hält kein Anker mehr, der Wind bläst in die Breitseite und der letzte Kampf mit den heulenden Brechern beginnt. Der kluge Seefahrer hält weiten Abstand von dieser trügerischen Bucht.

Von der Landseite her war unsere Umgebung nicht minder ernst und bedrückend wie von See her. Wir waren umgeben von einsamer, hügeliger Moorlandschaft von graubrauner Farbe. Ein gelegentlicher Kirchturm wies auf ein kleines, altes Dörfchen hin. Auf diesem Moor gab es viele Hinweise auf die verschwundenen Kelten, die zwar ausgestorben waren, jedoch als Ze ugen

ihrer Zeit seltsame Steinmonumente hinterlassen haben. Es waren unregelmäßig aufgehäufte Steingebilde, alte Grabstätten, in denen Asche oder Gebeine der Verstorbenen ruhten, kuriose Erdgebilde, die auf prähistorisches Leben hinwiesen. Die rätselhafte Schönheit dieser Landschaft mit ihrer Atmosphäre vergangener und versunkener Zeiten regte die Phantasie meines Freundes an. Er verbrachte viel Zeit mit einsamen Spaziergängen auf dem Moor und gab sich seinen Meditationen hin. Die uralte cornische Sprache interessierte ihn ebenfalls sehr. Er hatte, wenn ich mich recht erinnere, die Idee, daß sie mit dem Chaldäischen verwandt sein müsse und durch phönizische Kaufleute ins Land gekommen war. Um dieser These nachzugehen, hatte er sich eine Auswahl sprachwissenschaftlicher Bücher kommen lassen und sich ernsthaft daran gemacht, sich mit dieser Sprache zu befassen. Plötzlich wurden wir jedoch hier, mitten im Land der Träume, zu seiner Freude und meinem großen Kummer vor ein Problem gestellt, das gewissermaßen vor unserer Tür lag. Es erwies sich als rätselhafter und komplexer als alles, was uns von London fortgetrieben hatte. Unser einfaches Leben und unsere friedliche Routine wurde dadurch gewaltsam gestört. Wir wurden in eine Serie von Geschehnissen hineingestürzt, die nicht nur Cornwall, sondern den ganzen Westen Englands in höchste Aufregung versetzte. Viele meiner Leser werden sich noch an den »Schrecken von Cornwall« erinnern, wenn auch nur unvollständige Berichte die Londoner Presse erreichten.

Jetzt, nach dreizehn Jahren, werde ich einen vollständigen Bericht schreiben und die Einze lheiten dieser unglaublichen Geschichte meinem Publikum vorlegen.

Ich habe erwähnt, daß hier und da Kirchtürme auf verstreute kleine Ortschaften hinwiesen.

Uns am nächsten gelegen befand sich das Dörfchen Tredannick Wollas, wo sich die Häuschen der wohl hundert Einwohner um eine uralte, moosbewachsene Kirche gruppierten. Der Pfarrer dieser Gemeinde trieb in seiner Freizeit Archäologie und in dieser Eigenschaft machte She rlock Holmes seine Bekanntschaft. Er war ein Mann mittleren Alt ers, stattlich gebaut und sehr liebenswürdig. Er wußte viel von lokaler Geschichte, und so gab es genug Unterha ltungsstoff.

Eines Tages lud er uns zum Tee ins Pfarrhaus ein. Dort lernten wir auch Mr. Mortimer Tregennis kennen, einen Herrn aus der Nachbarschaft, der das Gehalt des Pfarrers aufbesserte, indem er als zahlender Gast bei ihm im Pfarrhaus wohnte. Der Pfarrer war Junggeselle und froh über das Mietarrangement, wenn man auch nicht sagen konnte, daß er viel mit seinem Mieter gemein hatte. Dieser war ein dünner, dunkler, bebrillter Mann, der sich so gebückt hielt, daß er den Eindruck körperlicher Deformation machte. Während unseres Besuches fa nden wir heraus, daß sich der Pfarrer gerne unterhielt, der Mieter jedoch sich sehr zurückhaltend gab. Er war ein introvertierter Mann mit traurigem Gesicht, der mit abgewandten Augen bei uns saß und über seine eigenen Gedanken brütete.

Diese beiden Herren stürzten am Dienstag, dem 6. März, plötzlich in unser Wohnzimmer. Wir hatten gerade das Frühstück beendet und besprachen bei einer Pfeife Tabak unseren täglichen Ausflug in das Moor.

»Mr. Holmes«, rief der Pfarrer mit aufgeregter Stimme, »eine furchtbare, tragische Geschichte hat sich während der Nacht ereignet. Es ist schrecklich, unfaßbar! Welch Gnade des Himmels, daß Sie gerade in unserer Gegend sind, denn kein Mensch in ganz England kann uns jetzt besser raten und helfen.«

Ich starrte den eingedrungenen Pastor mit wenig freundlicher Miene an. Aber Holmes nahm die Pfeife aus dem Mund und setzte sich aufrecht hin, mit der Miene eines alten Jagdhundes, der die Jagdhörner hört. Mit der Hand wies er auf das Sofa, und unser schweratmender Besucher und sein trauriger Begleiter nahmen nebeneinander Platz. Mr. Mortimer Tregennis hatte sich zwar besser in der Gewalt als der Mann der Kirche, aber das Zucken seiner dünnen Hände und das Glänzen der dunklen Augen verrieten, daß er die allgemeine Aufregung teilte.

»Wollen Sie reden, oder soll ich es tun?« fragte der Pastor. »Nun, Sie haben es entdeckt, was immer es auch ist, und der Pastor hat es aus zweiter Hand. Also sollten Sie erzählen, was sich zugetragen hat«, sagte Holmes.

Ich musterte mit schnellem Blick den Pastor, der sich allem Anschein nach in großer Eile angekleidet hatte. Der Mieter jedoch war sehr förmlich gekleidet. Es amüsierte mich, wie die simple Schlußfolgerung Sherlock Holmes die beiden Herren in Verwirrung setzte.

»Vielleicht beginne ich doch lieber mit ein paar Worten«, sagte der Pastor, »Sie können dann selber beurteilen, welche Einzelheiten Sie von Mr. Tregennis hören wollen. Vielleicht wollen Sie auch lieber gleich an den Ort des Schreckens eilen. Unser Freund hier, muß ich erklären, hat den letzten Abend bei seinen beiden Brüdern Owen und George und ihrer Schwester Brenda verbracht, die gemeinsam in ihrem Haus >Tredannick Wartha< leben, das auf dem Moor in der Nähe des alten Stein-kreuzes steht. Kurz nach zehn Uhr hat er seine Familie ve rlassen.

Sie haben alle um den Eßzimmertisch herum gesessen und Karten gespielt. Alle waren bei bester Gesundheit und guter Laune. Heute morgen ist mein Freund, da er Frühaufsteher ist, schon vor dem Frühstück in Richtung ihres Hauses gegangen. Unterwegs wurde er von dem Wagen des Arztes, Dr. Richard, überholt, der ihm erzählte, daß er gerade zu einem dringenden Fall nach >Tredannick Wartha< gerufen worden sei. Natürlich beglei-tete Mr. Mortimer Tregennis den Arzt. In >Tredannick Wartha< erwartete sie ein gespenstischer Anblick.

Die Geschwister saßen immer noch um den Tisch, genau so, wie er sie am Abend verlassen hatte. Die Karten lagen vor ihnen auf dem Tisch ausgebreitet und die Kerzen in ihren Leuc htern heruntergebrannt. Die Schwester lag zurückgelehnt in ihrem Sessel. Sie war tot, während die beiden Brüder zu ihrer Rechten und Linken lachten, sangen und grölten und total den Verstand verloren hatten. Alle drei, die tote Frau, wie auch die verrücktgewordenen Männer hatten den Ausdruck furchtbaren Entsetzens in ihren Gesichtern, die grauenhaft verzerrt waren.

Ein schlimmer Anblick. Es gab kein Anzeichen dafür, daß jemand ins Haus eingedrungen war. Außer den dreien befand sich nur Mrs. Porter, die alte Köchin und Haushälterin, im Haus. Sie erklärte, sie habe tief geschlafen und in der Nacht kein verdächtiges Geräusch gehört.

Nichts war gestohlen oder angerührt worden. Kein Hinweis darauf, was Menschen so zum Fürchten gebracht hat, daß eine Frau stirbt und zwei kräftige, gesunde Männer den Verstand verlieren. Mr. Holmes, dies ist in kurzen Zügen die Situation. Wenn Sie uns helfen, die Sache aufzuklären, dann tun Sie ein gutes Werk. «

Noch hoffte ich, meinen Freund in den Zustand der Ruhe, die wir hier genossen hatten und die ja schließlich das Ziel der Reise . gewesen war, zurücklocken zu können. Aber ein einziger Blick auf sein hellwaches, interessiertes Gesicht und auf die zusammengezogenen Augenbrauen machte mir klar, wie vergeblich dieser Wunsch war. Er saß eine Weile da, ganz in Anspruch genommen von dem seltsamen Drama, das unseren Frieden gestört hatte.

»Ich werde mir die Sache ansehen«, sagte er schließlich. »Ihre Erzählung wirkt schon sehr merkwürdig. Sind Sie selber dort gewesen, Mr. Roundhay?«

»Nein, Mr. Holmes. Mr. Tregennis kam mit diesem Bericht ins Pfarrhaus zurück. Danach sind er und ich gleich zu Ihnen hinübergegangen, um uns mit Ihnen zu beraten.«

>Wie weit ist es bis zu dem Haus, in dem diese seltsame Tragödie stattgefunden hat? «

»Etwa eine Meile landeinwärts.«

»Dann wollen wir gemeinsam hinübergehen. Bevor wir aufbrechen möchte ich jedoch ein paar Fragen an Mr. Tregennis richten.«

Der andere war die ganze Zeit über still und schweigsam gewesen. Aber ich merkte sehr wohl, daß seine Erregung trotz seiner Selbstbeherrschung im Grunde stärker war als die offen- sichtliche Aufgeregtheit des Pastors. Er saß mit blassem, verschlossenem Gesicht da, seinen ängstlichen Blick auf Holmes gerichtet und die dünnen Hände ineinander verschlungen.

Seine blassen Lippen bebten, als von der Tragödie gesprochen wurde, die seine Familie getroffen hatte. Seine dunklen Augen spiegelten das Grauen wider.

»Fragen Sie mich, was Sie wollen, Mr. Holmes«, sagte er tapfer. »Es ist eine scheußliche Sache, ich mag kaum davon reden, aber ich werde Ihnen trotzdem alle Fragen beantworten. «

»Dann erzählen Sie mir von gestern abend.«

»Gut, Mr. Holmes. Wir haben zusammen Abendbrot gegessen, wie der Pastor schon sagte.

Mein älterer Bruder George schlug eine Partie Whist vor. Wir setzten uns um neun Uhr zum Kartenspiel hin. Um viertel nach zehn stand ich auf, um nach Hause zu gehen. Sie saßen alle um den Tisch herum und waren so vergnügt, wie man es sich nur wünschen kann.«

»Wer hat Sie herausgelassen?«

»Mrs. Porter war schon zu Bett gegangen. Ich ging alleine hinaus und schloß die Tür hinter mir zu. Die Fenster des Zimmers, in dem sie saßen, waren geschlossen, aber die Rolläden waren nicht heruntergelassen. Türen und Fenster waren heute morgen noch genauso wie gestern Abend. Es gibt einfach keinen Grund zu der Annahme, daß ein Fremder in dem Haus gewesen ist. Und doch hatten sie vor Entsetzen den Verstand verloren und Brenda war tot. Ihr Kopf hing über der Sessellehne. Den Anblick dieses Zimmers werde ich, so lange ich lebe, nicht vergessen.«

»Was Sie da beschreiben, ist wirklich sehr seltsam«, sagte Sherlock Holmes. »Ich darf wohl annehmen, daß Sie selbst keine Theorie haben, die die Sache erklären könnte?«

»Es ist vom Teufel, Mr. Holmes, es ist vom Teufel! Von dieser Welt kann es nicht sein«, rief Mortimer Tregennis. »Irgendetwas ist ins Zimmer gekommen und hat ihnen sämtlichen Verstand geraubt. Menschliche Erfindung ist das nicht!«

»Wenn diese Angelegenheit nicht menschlichen Ursprungs ist«, sagte Sherlock Holmes, »dann fürchte ich, bin auch ich ihr nicht gewachsen. Und doch müssen wir erst einmal alle natürlichen Erklärungen ausschöpfen, bevor wir auf außerirdische Theorien zurückgreifen.

Kommen wir wieder zu Ihnen, Mr. Tregennis. Stimmt es, daß Sie sich mit Ihrer Familie entzweit haben? Diese lebte ja schließlich zusammen, während Sie in gemieteten Räumen wo hnen «.

»Das stimmt, Mr. Holmes. Allerdings ist der Unfriede längst begraben. Wir sind eine Familie von Zinn- Bergleuten aus Redruth. Wir verkauften jedoch unsere Anteile an eine Gesellschaft.

Der Erlös war so, daß wir gut davon leben können. Ich gebe zu, daß es bei der Te ilung des Geldes Streit gegeben hat. Dieser Streit stand lange Zeit zwischen uns. Aber schließlich wurde alles vergeben und vergessen. Wir sind inzwischen wieder die besten Freunde. «

»Kommen wir noch einmal auf den gestrigen Abend zurück. Gibt es irgend etwas, das Licht auf die Sache werfen könnte?«

»Da gibt es nichts dergleichen, Sir.«

»Ihre Leute benahmen sich so wie immer?«

»Sie waren niemals besser in Form«.

»Sie waren nicht nervös und zeigten keinerlei Anzeichen von Furcht, die eine kommende Gefahr vermuten ließ? «

»Nichts dergleichen«.

»Und Sie können mir gar nichts sagen, was uns in irgendeiner Weise weiterhelfen könnte?«

Mortimer Tregennis überlegte einen Augenblick ernsthaft. »Doch, etwas ist mir aufgefallen«, sagte er schließlich. »Wir saßen um den Tisch herum, ich mit dem Rücken zum Fenster. Mein Bruder George, der beim Spielen mein Partner war, hatte das Gesicht dem Fenster zugewandt.

Einmal bemerkte ich, wie er angestrengt über meine Schulter blickte. So drehte auch ich mich um und sah hinaus. Die Rolläden waren nicht heruntergelassen, aber das Fenster war geschlossen.

Ich konnte die Büsche auf dem Rasen ausmachen. Einen Augenblick meinte ich, daß sich etwas zwischen den Büschen bewegte. Ich kann jetzt nicht einmal mehr sagen, ob es sich um Tier oder Mensch gehandelt hat. Aber etwas war da. Als ich ihn fragte, ob er etwas sähe, gab er zu, die gleichen vagen Bewegungen im Gebüsch gesehen zu haben. Das ist alles, was ich sagen kann.«

»Sind Sie nicht hingegangen und haben nachgesehen?«

»Nein, wir hielten es für zu unwichtig.«

»Sie haben Ihre Familie also verlassen, ohne an etwas Böses zu denken.«

»Ich dachte wirklich an nichts Böses.«

»Mir ist doch nicht ganz klar, wie Sie heute morgen die Nachricht erhalten haben.«

»Ich bin Frühaufsteher. Meistens unternehme ich schon vor dem Frühstück einen Marsch.

Heute morgen war ich kaum unterwegs, als mich der Arzt mit der Kutsche einholte. Er sagte, die alte Mrs. Porter habe einen Jungen mit einer eiligen Nachricht zu ihm geschickt. Ich stieg auf, und so sind wir gemeinsam weitergefahren. Schließlich haben wir uns gemeinsam dieses grausige Zimmer angesehen. Die Kerzen und das Feuer mußten schon vor Stunden erloschen sein. Sie haben im Dunkeln gesessen, bis der Tag anbrach. Der Arzt meinte, daß Brenda mindestens sechs Stunden tot war. Keinerlei Anzeichen einer Gewalttat waren festzustellen. Sie lag einfach über der Lehne ihres Sessels und hatte diesen grauenhaften Ausdruck im Gesicht.

Georg und Owen grölten Bruchstücke von Schlagern und benahmen sich wie zwei große Affen. Oh, es war schon ein schrecklicher Anblick! Ich konnte es nicht ertragen.

Auch der Doktor war weiß wie ein Laken. Er sank in einen Sessel, als wollte er im nächsten Augenblick ohnmächtig werden. Er war nahezu selber fast wie von Sinnen. «

»Seltsam - höchst seltsam«, sagte Sherlock Holmes. Er stand auf und nahm seinen Hut. »Ich finde, wir sollten jetzt ohne weiteren Aufenthalt nach >Tredannick Wartha< gehen. Ich muß schon sagen, daß ich bisher kaum einen Fall hatte, der mir auf den ersten Blick ein so eigena rtiges Problem geboten hätte.«

An diesem Morgen kamen wir mit unseren Nachforschungen nicht sonderlich gut voran. Es gab jedoch einen Zwischenfall, der einen höchst unangenehmen Eindruck in meinem Gedächtnis hinterließ. Eine sehr enge, kurvenreiche Dorfstraße führte zu dem Haus, in dem die schreckliche Tragödie stattgefunden hatte. Während wir auf dieser Straße dahinmarschierten, hörten wir die Räder eines entgegenkommenden Wagens. Wir stellten uns an den Straßenrand, um den Wagen vorbeizulassen. Dabei erhaschte ich durch das geschlossene Fenster des vorüberfahrenden Wagens einen Blick auf ein schrecklich verzerrtes, grinsendes Gesicht. Die starrblickenden Augen und gefletschten Zähne huschten wie eine Vision an uns vorbei.

»Meine Brüder!« stöhnte Mortimer Tregennis mit weißen Lippen. »Sie bringen sie nach Helston.«

Entsetzt schauten wir dem schwarzen Wagen hinterher, der schwer dahinrumpelte. Dann gingen wir jenem schicksalsschweren Haus zu, in dem ihnen ein solches Geschick widerfahren war.

Es war ein großes, helles Haus, eher eine Villa als eine Kate, umgeben von einem großen Garten, in dem jetzt schon, infolge des milden Klimas in Cornwall, die ersten Frühlingsblumen blühten. Das Fenster des Wohnzimmers zeigte auf den Garten hinaus. Aus diesem Garten muß, wenn man Mortimer Tregennis glauben darf, das böse Ding gekommen sein, das sie alle von einem Augenblick auf den anderen um den Verstand gebracht hat. Holmes schlenderte langsam und nachdenklich zwischen den Blumenbeeten den Pfad entlang, bevor wir den überdachten Eingang betraten. Er war so sehr in Gedanken versunken, daß er über eine Gießkanne stolperte, die im Weg stand. Sie fiel um und das Wasser ergoß sich sowohl über den Gartenweg als auch über unsere Füße. Im Haus kam uns eine ältere cornische Haushälterin entgegen, die zusammen mit einem jungen Mädchen die Familie versorgt hatte. Sie antwortete sehr prompt auf Holmes Fragen. In der Nacht hatte sie nichts gehört. ja, ihre Arbeitgeber seien in der letzten Zeit immer wohlauf gewesen. Niemals waren sie vergnügter und so voller Pläne gewesen. Als sie am Morgen das Zimmer betreten und am Tisch die entsetzliche Gesellschaft gesehen hätte, sei sie ohnmächtig geworden. Sie sei jedoch schnell wieder zu sich gekommen und hätte das Fenster aufgerissen, um die Morgenluft hereinzulassen. Dann sei sie die Dorfstraße hinuntergelaufen und habe einen Bauernjungen nach dem Doktor geschickt.

Die Tote läge oben auf ihrem Bett, falls wir sie sehen wollten. Um die beiden Brüder in den Wagen des Irrenhauses zu bekommen, hätte es vier starke Männer gebraucht. Sie selber würde keinen Tag länger in diesem Haus bleiben. Noch am Nachmittag würde sie zu ihrer Familie nach St. Ives gehen.

Wir stiegen die Treppe empor, um die Leiche zu besichtigen. Miß Brenda war mittleren Alters, einst muß sie ein wunderschönes Mädchen gewesen sein. Ihr dunkles, klargeschnittenes Gesicht war selbst im Tod noch schön. Und doch war etwas von dem Schrecken auf ihrem Gesicht zu lesen, den sie in ihren letzten Lebensminuten erlebt hatte. Von ihrem Schlafzimmer aus gingen wir dann in das Wohnzimmer, in dem die Tragödie sich abgespielt hatte. Die verkohlte Asche lag immer noch im Kamin, die Leuchter mit den vier ausgebrannten Kerzen auf dem Tisch, auf dem auch noch die verstreuten Karten lagen. Die Stühle hatte man zurück an die Wand gestellt, sonst war alles so gelassen worden, wie es am Abend vorher gewesen war. Holmes ging mit seinen leichten, schnellen Schritten im Zimmer umher. Er stellte die Stühle wieder um den Tisch herum, setzte sich hintereinander auf jeden und rekonstruierte die Situation des Vorabends. Er schaute, wie weit man den Garten überblicken konnte, untersuc hte den Fußboden, die Decke und den Kamin. Nicht einmal ich entdeckte, wie plötzlich seine Augen aufleuchteten und er die Lippen zusammenpreßte - Zeichen, die mir sonst verraten haben würden, daß er in dieser totalen Finsternis einen kleinen Schimmer Licht sah.

»Warum hatten Sie gestern ein Feuer an? An einem Frühlingsabend und in einem so kleinen Zimmer ist das Feuer doch nicht nötig. «

Mortimer Tregennis erklärte, daß der Abend feucht und kalt gewesen sei. Darum sei nach seiner Ankunft das Feuer angezündet worden. »Was werden Sie nun tun, Mr. Holmes?« fragte er.

Mein Freund lächelte und legte seine Hand auf meinen Arm. »Ich glaube, Watson, ich werde wieder die Methode der Nikotinvergiftung anwenden, die Sie so oft und mit Recht bei mir verdammt haben«, sagte er zu mir gewandt. Und zu den übrigen: »Meine Herren, wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich mich jetzt in unsere Kate zurückbegeben. Ich kann hier im Augenblick nichts Neues entdecken. Ich werde über die Geschehnisse nachdenken, Mr. Tregennis.

Wenn ich zu einem Ergebnis komme, werde ich mich mit Ihnen und dem Pastor in Verbindung setzen. Inzwischen wünsche ich Ihnen einen guten Morgen. «

Erst, als wir schon lange wieder in unserer Kate in Poldhu waren, brach Holmes schließlich das völlige Schweigen, mit dem er sich umgeben hatte. Er hatte es sich in einem großen Sessel bequem gemacht. Sein hageres, asketisches Gesicht tauchte aus dem blauen Tabaksqualm auf. Seine schwarzen Brauen waren zusammengezogen, die Stirn in Falten gelegt und die Augen in weite Ferne gerichtet. Plötzlich legte er die Pfeife hin und sprang auf.

»Es funktioniert nicht, Watson«, sagte er lachend. »Wir wollen zu den Klippen hinuntergehen und nach Feuersteinen suchen. Die lassen sich wahrscheinlich hier leichter finden, als eine Antwort auf dieses Problem. Das Gehirn arbeiten zu lassen, ohne genügend Material zur Verfügung zu haben, ist genauso, als ob man einen Motor im Leerlauf laufen läßt. Er geht kaputt.

Seeluft, Sonnenschein und Geduld, Watson - alles andere kommt von alleine.

Wir wollen uns jetzt in aller Ruhe über die Situation klar werden«, fuhr er fort, als wir zusammen den Klippen zuwanderten. »Wir wollen das wenige, was wir wissen, fest in den Griff bekommen, so daß, wenn frische Fakten auftauchen, wir diese gleich richtig einordnen können.

Ich gehe davon aus, daß weder Sie noch ich daran glauben, daß teuflische Geister sich in die Geschicke der Menschen einmischen. Diese Theorie schalten wir ganz aus. Sehr gut. Es bleiben drei Menschen, die mit bewußter oder unbewußter Manipulation zu furchtbarem Schaden gekommen sind. Das ist fester Grund. Nun, wann hat die Tragödie stattgefunden?

Wenn wir annehmen, daß seine Geschichte wahr ist, dann muß es geschehen sein, gleich nachdem Mr. Mortimer Tregennis die Familie verlassen hat. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt.

Nehmen wir an, es ist geschehen, nachdem er ein paar Minuten fort war. Die Karten lagen noch auf dem Tisch. Es war schon über die Zeit, zu der sie sonst normalerweise ins Bett gingen.

Sie hatten die Sitzordnung nicht verändert und die Stühle nicht zurückgeschoben. Ich wiederhole, was immer auch geschehen ist, hat kurz nach seinem Fortgang stattgefunden. Es kann nicht später als elf Uhr gewesen sein.

Nun zu unserem nächsten Schr itt: Wir müssen, so weit wir können, Mortimer Tregennis Bewegungen überprüfen, nachdem er seine Geschwister verlassen hat. Dabei sollte es keine Schwierigkeiten geben, denn er scheint über jeden Verdacht erhaben zu sein. Sie kennen ja meine Methoden und haben sicherlich bemerkt, daß ich ein bißchen ungeschickt über die Gießkanne gestolpert bin. Ich erhielt auf diese Weise einen etwas genaueren Abdruck seines Fußes, als normalerweise zu bekommen war. Der nasse sandige Pfad lieferte eine gute plastische Spur. Sie werden sich erinnern, daß es gestern abend ein bißchen regnerisch war. Da ich nun ein Muster seines Fußabdrucks hatte, war es nicht schwer, seine Spur unter den anderen herauszufinden und seinen Schritten zu folgen. Es sieht so aus, als ob er geradewegs zum Pfarrhaus gegangen ist.

Mortimer Tregennis verschwindet also von der Szene, und trotzdem kommt jemand von außen und tut den Kartenspielern etwas Schlimmes an. Wie können wir diese Person rekonstruieren?

Und wie wurde solch ein Schreckenseindruck hervorgerufen? Mrs. Porter können wir ausschalten. Sie ist harmlos. Gibt es Anzeichen dafür, daß jemand im Garten herumschlich und dann zum Fenster gekommen ist und sie auf irgendeine Weise so erschreckt hat, daß sie völlig den Verstand verloren haben? Der einzige, der diese Theorie aufbrachte, war Mortimer Tregennis. Er behauptete, sein Bruder hätte davon gesprochen, daß sich im Garten etwas bewegt hätte. Das ist nun seltsam. Gestern Abend hat es geregnet, es war auch dunkel und wolkig. Jemand, der vorhatte, die Familie zu erschrecken, mußte schon das Gesicht an die Fensterscheibe drücken, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Unter dem Wohnzimmerfenster befindet sich eine breite Blumenrabatte, aber kein Fußabdruck ist darauf zu entdecken.

Es ist darum schwierig, sich vorzustellen, daß von außen her jemand kam, der einen solch erschreckenden Eindruck auf die Familie gemacht hat. Auch haben wir bisher kein Motiv dafür, warum so etwas geschehen sollte. Sie sehen unsere Schwierigkeiten, Watson?«

»Die sehe ich nur zu klar«, sagte ich mit Überzeugung.

»Und doch, wenn wir nur ein bißchen mehr Material hätten,, wären unsere Schwierigkeiten nicht unüberwindlich!« sagte Holmes. »Ich denke mir, Watson, daß Sie in Ihrem Archiv' Sachen finden können, die ebenso obskur waren. Wir wollen den Fall vergessen, bis wir neue Anhaltspunkte haben. Den Rest des Morgens widmen wir der Spur des Steinzeitmenschen.«

Mein Freund hatte die Fähigkeit, eine Sache völlig loszulassen und sich mit ungeteiltem Interesse einer anderen zuzuwenden. Niemals habe ich diese Fähigkeit mehr bewundert, als an jenem Frühlingsmorgen in Cornwall. Zwei Stunden sprachen wir nur über die Kelten, Pfeilspitzen und Funde alter Töpferwaren. Er plauderte mit einer Leichtigkeit, als ob der böse Zwischenfall' vom morgen längst vergessen und abgetan war. Erst am Nachmittag kehrten wir in unsere Kate zurück. Dort erwartete uns Besuch, der unsere Gedanken schnell wieder zu dem Fall zurückbrachte. Unser Besucher brauchte sich kaum vorzustellen, jeder hier kannte ihn. Der riesige Körper mit dem faltigen Gesicht und den tiefen Furchen, den feurigen Augen und der Adlernase, das graue Haar, mit dem er fast die Zimmerdecke berührte, der Bart, noch golden an den Enden und weiß um die Lippen herum, durchsetzt von den Nikotinflecken seiner ständigen Zigarette dies war ein sowohl in London wie auch in Afrika sehr bekanntes Gesicht und konnte nur in Verbindung gebracht werden mit der Persönlichkeit von Dr. Leon Sterndale, dem großen Löwenjäger und Forscher.

Wir hatten gehört, daß er in der Gegend war. Ein paar Mal hatten wir seine große Gestalt von weitem auf den einsamen Moorpfaden gesehen. Er hatte sich uns jedoch nie genähert und wir hatten nicht einmal davon geträumt, auf ihn zuzugehen, denn wir wußten, wie sehr er die Einsamkeit liebte. Zwischen seinen Reisen verbrachte er die meiste Zeit des Jahres in einem kle inen Bungalow des einsamen Waldes von Beauchamp Arriance. Hier, inmitten seiner Bücher und Karten, lebte er das Leben eines Einsiedlers. Er versorgte sich selbst und kümmerte sich wenig um die Geschäfte seiner Nachbarn. Es überraschte mich deshalb, ihn begierig fragen zu hören, ob wir in dieser rätselhaften Episode schon weitergekommen wären. »Die County- Polizei macht entsetzliche Fehler«, sagte er. »Aber Sie haben größere Erfa hrungen. Vielleicht haben Sie eine annehmbare Erklärung bereit. Mein einziger Anspruch auf Ihr Vertrauen bezieht sich darauf, daß ich von meinen vielen Aufenthalten hier die Familie Tregennis sehr gut kenne - von Seiten meiner cornischen Mutter her sind wir sogar Vettern -, ihr furchtbares Schicksal ist ein großer Schock für mich. Ich muß Ihnen sagen, daß ich eigentlich schon wieder auf meinem Weg nach Afrika bin. Ich war schon in Plymouth. Aber als mich diese Nachricht heute morgen erreichte, bin ich sofort zurückgeeilt, um bei der Untersuchung dieses Falles zu helfen.«

Holmes zog die Augenbrauen hoch. »Deswegen haben Sie Ihr Schiff verpaßt?«

»Ich kann das nächste nehmen.«

»Liebe Zeit, das ist wirklich Freundschaft!«

»Ich sagte ja schon, wir waren Verwand te.«

»Richtig. Vettern Ihrer Mutter. Haben Sie Ihr Gepäck auf dem Schiff gelassen?«

»Einiges davon. Der Rest ist im Hotel.«

»Ach so. Aber sagen Sie, die Geschichte hat doch nicht heute morgen schon in der Zeitung in Plymouth gestanden?«

»Nein Sir, ich habe ein Telegramm bekommen.«

»Darf ich fragen, von wem?

Ein Schatten fiel auf das schmale Gesicht des Forschers. »Sie stellen sehr viele Fragen, Mr.

Holmes.«

»Das gehört zu meinem Beruf.«

Mühsam fand Dr. Sterndale seine Gelassenheit wieder.

»Ich habe keinen Grund, Ihnen etwas zu verheimlichen. Mr. Roundhay, der Pfarrer, hat mir telegraphiert. Und deshalb bin ich zurückgekommen.«

»Vielen Dank«, sagte Holmes. »Auf Ihre erste Frage möchte ich Ihnen antworten, daß ich in diesem Fall noch nicht sicher bin. Ich werde aber die Lösung finden. Mehr zu behaupten, wäre im Augenblick zuviel gesagt.«

»Vielleicht darf ich fragen, in welche Richtung Ihr Verdacht geht?«

»Nein, diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten.«

»Dann habe ich meine Zeit ve rschwendet und brauche Sie nicht länger zu belästigen.«

Der berühmte Doktor hatte unsere Kate ziemlich schlechtgelaunt verlassen. Fünf Minuten später folgte Holmes ihm. Bis zum Abend sah ich ihn nicht wieder. Dann kam er langsamen Schrittes und sehr müde zurück. Mir war klar, daß er mit seinen Nachforschungen nicht viel weitergekommen war. Ihn erwartete ein Telegramm. Er las es und warf es ins Feuer.

»Von Plymouth-Hotel, Watson«, sagte er. Die Adresse hat mir der Pfarrer verraten. Ich habe dorthin telegraphiert, um sicherzugehen, daß Dr. Sterndales Geschichte wahr ist. Es sieht so aus, als ob er die letzte Nacht wirklich dort verbracht hat. Sein Gepäck scheint inzwischen nach Afrika zu reisen, während er selber hier bleibt und mir bei meinen Untersuchungen he lfen will. Was halten Sie davon, Watson?«

»Er ist sehr an der Sache interessiert.«

»Ja. Sehr interessiert. Hier ist ein Faden, der uns durch das übrige Gewirr führen könnte, aber ich habe ihn noch nicht fest genug in den Händen. Fassen Sie Mut, Watson, wir haben zwar noch nicht alles Material zusammen. Wenn wir es erst haben, werden wir unsere Schwierigkeiten auch bald überwinden.«

Ich hätte kaum gedacht, wie schnell sich Holmes' Worte bewahrheiten sollten, oder wie merkwürdig und unheilvoll diese Entwicklung weiterging, die uns eine ganz neue Untersuchungsmöglichkeit eröffnete. Ich rasierte mich am Morgen am Fenster, als ich Hufgetrappel hörte. Ich schaute auf. Ein Jagdwagen kam in voller Fahrt die Straße herauf. Der Wagen hielt vor unserer Tür und unser Freund, der Pastor, sprang heraus und eilte den Gartenweg entlang zu unserer Haustür. Holmes war fertig angezogen und wir eilten beide, ihn zu begrüßen.

Unser Besucher war so aufgeregt, daß er kaum reden konnte, aber schließlich kam die tragische Geschichte stoßweise heraus. »Wir werden vom Teufel heimgesucht, Mr. Holmes! Meine arme Gemeinde wird vom Teufel heimgesucht!« rief er. »Satan selbst scheint hier losgelassen, und wir sind alle in seine Hand gegeben!« In seiner Aufregung tanzte er im Zimmer herum. Wäre nicht sein Gesicht aschgrau gewesen, hätte er einen recht komischen Anblick geliefert. Schließlich kam er mit der entsetzlichen Neuigkeit heraus.

»Mr. Mortimer Tregennis ist in der letzten Nacht gestorben - an genau den gleichen Symptomen wie seine Familie.« Holmes sprang auf und war im nächsten Augenblick nur noch ein Bündel von Energie.

»Passen wir alle drei in Ihren Jagdwagen hinein?«

»Ja, das geht.«

»Dann, Watson, wollen wir das Frühstück verschieben. Mr. Roundhay, wir stehen völlig zu Ihrer Verfügung. Los, schnell, schnell, bevor sich dort irgend etwas verändert.«

Der Mieter hatte zwei Räume im Pfarrhaus bewohnt, die getrennt in einem Teil des Hauses lagen, ein Zimmer genau über dem anderen. Im Untergeschoß befand sich ein großes Wohnzimmer, darüber das Schlafzimmer. Beide Zimmer überblickten den Rasen, der bis zum Fenster reichte. Wir kamen vor der Polizei und dem Arzt dort an, so daß bisher alles unberührt geblieben war. Ich möchte die Szene so beschreiben, wie ich sie an jenem nebligen Märzmo rgen vorfand. Sie hat mir einen Eindruck hinterlassen, den ich niemals in meinem Leben wieder vergessen kann.

Die Luft im Zimmer war bedrückend und sehr stickig. Das Dienstmädchen, das als erste das Zimmer betreten hatte, hatte das Fenster geöffnet, sonst wäre die Luft wohl noch unerträglicher gewesen. Teilweise mochte es daher rühren, daß die Lampe blakend auf dem Tisch stand. Daneben saß der tote Mann, zurückgelehnt auf seinem Stuhl. Sein dünner Bart zeigte nach oben und die Brille war ihm auf die Stirn gerutscht. Sein hageres, dunkles Gesicht war dem Fenster zugewandt und trug den gleichen Ausdruck furchtbaren Entsetzens, der auf dem Gesicht seiner toten Schwester gelegen hatte. Seine Glieder waren verzerrt und die Finger so verdreht, als sei er in entsetzlicher Angst gestorben. Er war vollständig angezogen, obwohl es so schien, als habe er sich in großer Eile angekleidet. Wir hatten bereits gehört, daß sein Bett benutzt war und er offenbar die Nacht darin geschlafen hatte und daß sein tragisches Ende ihn am frühen Morgen ereilt haben mußte.

Welch glühende Energie sich hinter Holmes phlegmatischem Äußeren verbirgt, versteht man erst richtig, wenn man einmal miterlebt, wie plötzlich eine Veränderung über ihn kommt, wie es in dem Augenblick geschah, als er das schicksalsschwere Zimmer betrat. Plötzlich war er ganz gespannte Aufmerksamkeit. Seine Augen leuchteten, in seinem Gesicht war jener entschlossene Zug und jeder Muskel zitterte vor Aktivität. In einem Augenblick war er draußen auf dem Rasen, dann wieder durch das Fenster, hindurch im Zimmer. Er ging umher, stieg ins Schlafzimmer hinauf und benahm sich wie ein Dachshund, der eine Fährte gefunden hat.

Im Schlafzimmer sah er sich schnell und gründlich um. Dann stieß er das Fenster auf. Dies gab ihm einen erneuten Grund zur Erregung, denn er lehnte sich mit interessierten und freud igen Ausrufen zum Fenster hinaus. Wieder lief er die Treppe hinunter, stieg durch das Fenster auf den Rasen, wo er sich auf den Bauch legte, als suche er etwas, sprang wieder auf, um erneut ins Zimmer zu steigen. All das tat er mit der Energie eines Jägers, der seiner Beute auf der Spur ist. Die Lampe, eine ganz gewöhnliche Standardausführung, untersuchte er ganz besonders gründlich. Sorgfältig prüfte er mit seiner Linse das Schutzschild, das den Lampenzylinder oben abdeckte, kratzte ein bißchen Ruß ab, der sich dort oben abgesetzt hatte, und hob etwas davon in einem Briefumschlag auf, den er dann seinem Notizbuch einverleibte. Endlich, gerade als die Polizei und der Arzt auf der Bildfläche erschienen, winkte er dem Pfarrer, und wir begaben uns alle drei auf den Rasen.

»Meine Untersuchung ist nichtvöllig fruchtlos verlaufen, darüber bin ich froh«, sagte er. »Ich kann nicht hier bleiben, um die Sache mit der Polizei auszudiskutieren. Aber ich wäre Ihnen sehr dankbar, Mr. Roundhay, wenn Sie dem Inspektor einen Gruß von mir sagen würden. Er soll doch bitte besonders auf das Fenster im Schlafzimmer und die Lampe im Wohnzimmer achten. Jedes für sich ist interessant und beide zusammen bieten fast die Lösung des Falles an.

Wenn die Polizei meine Hilfe braucht, soll sie nur kommen, ich bin in der Kate zu finden.

Und nun, lieber Watson, sollten wir unser Tätigkeitsfeld an einen anderen Ort verlegen. «

Es mag sein, daß die Polizei es unter ihrer Würde hielt, einen Amateur um Rat zu fragen.

Vielleicht bildeten Sie sich sogar ein, an einer hoffnungsvollen Untersuchungslinie entlang zu arbeiten. Gewiß ist nur, daß wir in den nächsten zwei Tagen nichts von ihnen gehört haben.

Diese beiden Tage verbrachte Holmes meist träumend und rauchend in der Kate. Auch unternahm er jetzt öfters Fußmärsche allein ins Land hinein. Manchmal kehrte er erst nach mehreren Stunden zurück, ohne zu sagen, wo er gewesen war. Aber ich begriff trotzdem, was ihn beschäftigte. Er hatte sich eine Lampe gekauft, genau die gleiche, die am Morgen der Tragödie auf Mortimer Tregennis Tisch gebrannt hatte. Er füllte sie mit dem gleichen Öl, das auch im Pfarrhaus verwendet wurde. Er schrieb sich sorgfältig die Zeit auf, die das Öl zum Verbrennen brauchte. Dann plante er ein neues Experiment, ein unangenehmes übrigens, - eines, das ich nicht so schnell vergessen werde.

»Sie werden sich daran erinnern, Watson«, sagte er, »daß es in allen Berichten über die beiden Tragödien einen einzigen gemeinsamen Punkt gibt. Es handelt sich um die Luft im Zimmer.

Jeder, der diese Zimmer betreten hat, reagierte irgendwie darauf. Denken Sie an Mortimer Tregennis Bericht: Der Doktor mußte sich setzen, weil er fast ohnmächtig wurde. Sie haben das vergessen? Nun, ich kann Ihnen sagen, es war so. Aber Sie erinnern sich an Mrs. Porters Aussage: Sie wurde beinahe ohnmächtig, eilte aber dann eiligst das Fenster zu öffnen. Im zweiten Fall - im Fall von Mr. Mortimer Tregennis selber - Sie können doch nicht vergessen haben, wie stickig die Luft dort war. Ich habe mich ein bißchen umgehört. Das Dienstmädchen kam als erste in das Zimmer. Sie lief, das Fenster zu öffnen. Es wurde ihr so übel, daß sie sich ins Bett legen mußte. Watson, Sie müssen zugeben, daß diese Fakten für sich sprechen.

In jedem der beiden Fälle gibt es Hinweise auf vergiftete Luft. In beiden Fällen hat Feuer im Zimmer gebrannt. In einem Fall handelte es sich um das Feuer im Kamin, im anderen um eine brennende Lampe. Das Feuer wurde benötigt, weil der Abend kalt war, aber die Lampe wurde extra angezündet. Der Vergleich mit dem verbrauchten Öl zeigt, daß sie lange nach Tagesanbruch angezündet wurde. Warum? Das hängt doch miteinander zusammen: das Brennen, die stickige Luft und das Verrücktwerden oder der Tod jener unglücklichen Menschen.

Das ist doch klar, nicht wahr?«

»Es sieht so aus.«

»Als Arbeitshypothese können wir dies in jedem Fall annehmen: Etwas ist verbrannt worden, was die Luft veränderte und seltsame, hochgiftige Folgeerscheinungen hatte. Sehr gut. Im ersten Fall - im Fall der Familie Tregennis - wurde diese Substanz ins Feuer geworfen. Nun war zwar das Fenster geschlossen, aber notwendigerweise mußten auch einige Dämpfe durch den Schornstein entweichen. Daher sollte man meinen, daß im ersten Fall die Wirkung weniger stark war als im zweiten, wo es keine Flucht vor den giftigen Dämpfen gab. Das Resultat scheint diese Theorie zu bekräftigen. Im ersten Fall starb nur die Frau, die ja den empfindlicheren Organismus hatte. Bei den anderen stellte man eine vorübergehende, vielleicht auch dauernde Verrücktheit fest. Dieser mentale Schaden ist sicherlich der erste Effekt der Droge.

Im zweiten Fall war das Ergebnis vollkommen. Die Fakten stützen also die Theorie, daß es sich hier um ein Gift handelt, das durch Verbrennen seine Wirkung entfaltet.

Mit dieser Argumentationskette im Kopf sah ich mich in Mortimer Tregennis' Zimmer um und fand auch ein paar Reste dieser Substanz. Der sicherste Platz, wo sich noch ein Rest dieses Wirkstoffes befinden konnte, war das Schutzschild der Lampe oder der Glaszylinder selbst. Und da fand ich auch ein wenig blättriger Asche und ein paar Spuren bräunlichen Pulvers, das noch unverbrannt war. Ich nahm die Hälfte davon in einem Briefumschlag mit.«

»Warum die Hälfte, Holmes?«

»Weil ich der offiziellen Polizei nicht im Wege stehen will. Ich habe ihnen alle Hinweise, die ich selber gefunden habe, dagelassen. Das Gift befindet sich immer noch auf dem Lampenschirm, wenn Sie nur Grips genug haben, es zu finden. Nun wollen wir einmal die Lampe anzünden, Watson. Wir wollen aber vorsichtig vorgehen. Lieber wollen wir vorher das Fenster öffnen, damit das versehentliche Hinscheiden zweier wertvoller Mitglieder der menschlichen Gesellschaft vermieden wird. Sie werden sich in Ihren Sessel in der Nähe des offenen Fensters setzen, es sei denn, daß Sie als vernünftig denkender Mensch nichts mit der ganzen Sache zu tun haben mögen. Oh, Sie wollen es durchstehen? Ich dachte doch, daß ich meinen alten Watson kenne! Ich werde meinen Sessel dem Ihren gegenüber stellen. Wir werden in gleicher Entfernung von dem Gift Gesicht zu Gesicht einander gegenübersitzen. Die Tür lassen wir angelehnt stehen. Jeder von uns kann genau den anderen beobachten und das Experiment abbrechen, wenn sich alarmierende Anzeichen dafür ergeben sollten. Ist das soweit klar? Gut, dann nehme ich jetzt unser Pulver - oder was davon übriggeblieben ist - und lege es auf die brennende Lampe. So! Watson, nun wollen wir uns hinsetzen und die Entwicklung abwarten.

«

Es dauerte nicht lange, bis sich die Wirkung zeigte. Ich hatte mich kaum auf meinem Stuhl niedergelassen, als ich einen feinen, moschusartigen Geruch wahrnahm, der zum Erbrechen reizte. Schon beim ersten Atemzug war mein Gehirn außerhalb aller Kontrolle. Eine dicke, schwarze Wolke wirbelte vor meinen Augen, und ich stellte mir vor, daß in dieser Wolke, noch un-sichtbar, aber bereit, sich in jedem Augenblick auf mich zu stürzen, alles lauerte, was im Universum an unvorstellbar Schrecklichem und Monströsem vorhanden war. Vage Gestalten wirbelten und drehten sich mitten in der dunklen Wolke, jede eine Drohung und eine Warnung, als ob etwas Furchtbares im Anzug sei. Die Ankunft eines unsagbaren Schreckens stand un- mittelbar bevor, dessen Schatten meine Seele in Stücke zerreißen würde. Eine eiskalte Angst ergriff Besitz von mir. Ich fühlte, wie meine Haare zu Berge standen, meine Augen aus den Höhlen quollen, mein Mund offen war und die Zunge zu Leder wurde. Der Aufruhr in meinem Gehirn war derartig, daß irgend etwas in mir zu bersten schien. Ich versuchte zu schreien, aber ich brachte nur ein heiseres Krächzen hervor, das so weit entfernt war, als gehörte meine eigene Stimme nicht mehr zu mir. Im gleichen Augenblick, in einem einzigen, verzweifelten Versuch, dieser Hölle zu entfliehen, brach ich durch diese Wolke der Verzweiflung und erhaschte einen Blick auf Holmes Gesicht. Es war weiß und starr vor Entsetzen - der gleiche Ausdruck, den ich auf den Gesichtern der Toten gesehen hatte. Diese Vision gab mir Verstand und Kraft zurück. Ich sprang auf, schlang meinen Arm um Holmes und zerrte ihn zur Tür. Gemeinsam wankten und schwankten wir ins Freie hinaus. Einen Augenblick später hatten wir uns auf den Rasen geworfen. Dort lagen wir Seite an Seite. 192 Der herrliche Sonnenschein wurde uns wieder bewußt, der durch die teuflische Wolke des Entsetzens drang. Langsam wich der Schrecken von unserer Seele wie Nebel von einer Landschaft, und Ruhe und Frieden kehrten wieder ein. Wir setzten uns ins Gras, wischten uns die feuchte Stirn und sahen einander daraufhin an, ob die letzten Spuren der schrecklichen Erfahrung noch sichtbar waren.

»Bei meiner Ehre, Watson«, stöhnte Holmes schließlich mit noch unsicherer Stimme, »ich muß Ihnen sowohl danken, als mich auch bei Ihnen entschuldigen. Es war ein gefährliches Experiment! Schlimm für einen Mann allein, und doppelt schlimm, einen Freund da mithineinzuziehen.

Es tut mir wirklich leid. «

»Sie wissen«, sagte ich gerührt, denn so hatte mich Holmes vorher noch nie in sein Herz sehen lassen, »daß es ein großes Privileg für mich ist, Ihnen zu helfen.«

Sogleich verfiel er wieder in jene halb humorvolle, halb zynische Art, mit der er üblicherweise seine Freunde behandelte. »Es war übergenug, um uns beide um den Verstand zu bringen, mein lieber Watson«, sagte er. »Ein ehrlicher Beobachter könnte nun zwar erklären, daß wir schon verrückt genug waren, bevor wir uns auf dieses Experiment eingelassen haben. Aber ich muß sagen, daß ich es mir nicht habe träumen lassen, daß die Wirkung so heftig und so plötzlich eintreten würde.« Er schoß in die Kate und kam mit der noch brennenden Lampe heraus, die er weit von sich gestreckt in der Hand hielt. Im hohen Bogen warf er sie in die Ginsterbüsche. »Wir müssen ein bißchen warten, bis das Zimmer ordentlich gelüftet ist, Watson.

Ich glaube, mein Freund, nun haben Sie keinen Zweifel mehr daran, wie sich die Tragödien zugetragen haben, nicht wahr? «

»Gar keine.«

»Aber der Hintergrund bleibt dunkel wie bisher. Kommen Sie, gehen wir in die Laube und besprechen den Fall dort. Das teuflische Zeug steckt mir immer noch im Hals. Eines glaube ich gewiß, alle Hinweise im ersten Verbrechen weisen in Richtung Mortimer Tregennis. Aber im zweiten Fall war er das Opfer. Zunächst müssen wir uns einmal den Familienstreit ins Gedächtnis rufen. Die Familie hat sich zwar wieder versöhnt, aber wie bitter der Streit war oder wie vordergründig die Versöhnung, können wir nicht sagen. Wenn ich an Mortimer Trege nnis, denke, an sein Fuchsgesicht und seine kleinen, schlauen Augen hinter den dicken Brillengläsern ... Also, auf mich machte er nicht den Eindruck, als ob er schnell etwas vergäße oder vergäbe. Gut. Er hat uns weiszumachen versucht, im Garten habe sich etwas bewegt. Das hat unsere Aufmerksamkeit einen Augenblick lang von der wahren Ursache der Tragödie abgelenkt.

Natürlich war die Sache von ihm inszeniert. Er hätte Grund genug, uns in die Irre zu führen. Wer außer ihm konnte schließlich die Substanz ins Feuer geworfen haben? Es kann nur er getan haben, im letzten Augenblick, bevor er ging. Das Unglück geschah direkt, nachdem er gegangen war. Wenn jemand anders,, ins Zimmer gekommen wäre, hätte sich doch bestimmt wenigstens einer von seinem Platz erhoben. Nebenbei, hier im friedlichen Cornwall macht niemand mehr nach zehn Uhr abends Besuche. Wir können ruhig annehmen, daß Mortimer Tregennis der Schuldige ist, alles weist darauf hin.«

»Dann ist sein eigener Tod wohl Selbstmord?«

»Nun, Watson, oberflächlich gesehen, ist das keine so unmögliche Annahme. Ein Mensch, der soviel Schuld auf sich geladen und seiner Familie eine solchen Schurkerei angetan hat, den mag wohl sein Gewissen in den Tod treiben. Aber es gibt Gründe, die dagegen sprechen.

Glücklicherweise gibt es einen Mann in England, der mehr weiß. Ich habe mich mit ihm ve rabredet, weil ich die Zusammenhänge von seinen eigenen Lippen hören möchte. Ah, da kommt er ja schon, - ein wenig vor der Zeit. Kommen Sie freundlicherweise hierher in die Laube, Dr. Sterndale. Im Haus haben wir ein chemisches Experiment unternommen. Unser kleines Zimmer ist nicht im rechten Zustand, einen so würdigen Gast zu empfangen.«

Ich hatte das Aufklinken der Gartenpforte gehört, und gleich darauf erschien die majestätische Gestalt des Afrikaforschers auf unserem Gartenweg. Uns in der ländlichen Laube zu finden, schien ihn zu überraschen.

»Sie haben mich herbestellt, Mr. Holmes. Ich habe Ihre Nachricht vor einer Stunde erhalten.

Ich bin gekommen, obgleich ich eigentlich nicht weiß, weshalb ich Ihrem Ruf gehorchen sollte.

«

»Diesen Punkt werden wir bestimmt geklärt haben, bevor wir uns trennen«, sagte Holmes.

»Inzwischen bin ich Ihnen dankbar, daß Sie meinem Wunsch nachgekommen sind. Sie müssen entschuldigen, daß wir Sie so unzeremoniell im Freien begrüßen. Mein Freund und ich hätten soeben nämlich beinahe den Kapiteln der »Cornischen Schrecken« ein neues hinzugefügt.

Im Augenblick bevorzugen wir frische Luft. Was wir miteinander zu bereden haben, betrifft Sie persönlich. Wir wollen uns einen Platz suchen, wo niemand uns hören kann!«

Der Forscher nahm die Zigarre aus dem Mund und sah meinen Freund scharf an.

»Sir, ich verstehe nicht ganz, wieso ich eine persönliche Angelegenheit mit Ihnen zu besprechen hätte - und das auch noch vertraulich. «

»Es geht um den Tod von Mortimer Tregennis«, sagte Holmes.

Einen Augenblick wünschte ich, ich hätte meine Waffe dabei gehabt. Sterndales Gesicht überzog sich mit glühender Röte, seine Augen sprühten Zorn und die knotigen Venen schwo llen auf seiner Stirn. Mit geballten Fäusten drang er auf Holmes ein. Doch dann hielt er inne.

Verzweifelt rang er darum, seine kühle, starre Ruhe wiederzufinden, die vielleicht gefährlicher war als ein hitzköpfiger Ausbruch.

»Ich habe so lange unter Wilden und außerhalb jeder Gesetzbarkeit gelebt«, sagte er, »daß ich mich daran gewöhnt habe, nach meinem eigenen Gesetz zu leben. Vergessen Sie das nicht, Mr. Holmes, ich möchte Ihnen keinen Schaden zufügen.«

»Auch ich möchte Ihnen keinen Schaden zufügen, Dr. Sterndale. Und der klarste Beweis dafür ist sicherlich dies, daß ich trotz allem, was ich weiß, Sie habe herkommen lassen und nicht die Polizei.«

Mit einem erstaunten Schnauben ließ sich Dr. Sterndale auf die Bank fallen. Vielleicht war er zum erstenmal in seinem abenteuerlichen Leben überrumpelt worden. Die ruhige Sicherheit und natürliche Stärke Sherlock Holmes verfehlte ihre Wirkung nicht. Einen Augenblick schwankte unser Besucher. Seine großen Hände öffneten und schlossen sich in schmerzlicher Erregung.

»Was meinen Sie damit?« fragte er schließlich. »Falls Sie bluffen wollen, haben Sie sich einen schlechten Mann für das Experiment ausgesucht. Reden Sie nicht länger um den heißen Brei herum. Was wollen Sie?«

»Das will ich Ihnen sagen«, sagte Holmes, »und ich hoffe, daß eine Ehrlichkeit die andere wert ist. Mein nächster Schritt hängt ganz von der Art ab, wie Sie sich verteidigen werden.«

»Ich mich verteidigen?«

»Ja, Sir. «

»Wogegen muß ich mich verteidigen? «

»Gegen die Anklage, Mortimer Tregennis getötet zu haben«. Sterndale wischte sich mit einem Taschentuch die Stirn ab. »Mein Wort, Sie machen voran!« sagte er. »Erzielen Sie Ihre Erfolge immer durch Ihre erstaunliche Art zu bluffen? «

»Der Bluff«, sagte Holmes streng, »ist auf Ihrer Seite, Dr. Leon Sterndale, nicht auf meiner.

Als Beweis will ich Ihnen ein paar Fakten geben, auf denen meine Schlüsse basieren. Sie sind aus Plymouth zurückgekehrt und ein großer Teil Ihres Gepäcks reist allein nach Afrika. Aber darüber will ich gar nichts sagen, außer dem einen: Mich hat das veranlaßt, Sie als einen der Faktoren anzusehen, die ich bei der Rekonstruktion des Dramas in Rechnung zu stellen habe ... «

»Ich bin zurückgekommen ... «

»Ich habe Ihre Gründe gehört und lehne sie als unzureichend ab. Davon wollen wir jetzt nicht reden. Sie kamen hierher, um mich auszufragen, wen ich verdächtige. Ich lehnte es ab, Ihre Frage zu beantworten. Daraufhin gingen Sie zum Pfarrhaus, warteten eine Weile vor dem Haus und kehrten in Ihre Kate zurück. «

»Woher wissen Sie das ? «

»Ich bin Ihnen gefolgt.«

»Ich habe niemanden gesehen.«

»Das dürfen Sie auch annehmen, wenn ich Ihnen folge. Sie haben zu Hause eine ruhelose Nacht verbracht. Sie haben gewisse Pläne geschmiedet, die Sie am nächsten Morgen ausgeführt haben. Bei Tagesanbruch haben Sie Ihre Kate verlassen. Sie füllten Ihre Taschen mit den rötlichen Steinchen, die vor Ihrer Haustür liegen. «

Sterndale zuckte heftig zusammen und schaute Holmes mit unverhohlenem Staunen an.

»Dann nahmen Sie zügig die eine Meile unter die Füße, die Ihre Kate vom Pfarrhaus trennt.

Sie trugen, wenn ich das bemerken darf, ein paar gerippter Tennisschuhe, die Sie auch jetzt an den Füßen haben. Beim Pfarrhaus angelangt, sind sie durch den Obstgarten und seitlich an der Hecke entlanggegangen, so daß Sie unter dem Fenster des Mieters Mortimer Tregennis herauskamen.

Sie nahmen eine Handvoll Steinchen aus der Tasche und warfen sie zu dem Fenster im ersten Stock über Ihnen. «

Sterndale sprang auf.

»Ich glaube, Sie müssen der Teufel selber sein!« rief er. Holmes lächelte über dieses Kompliment.

»Sie brauchten zwei oder drei Händevoll von den Steinchen, bis der Mieter ans Fenster kam. Sie winkten ihm, herunterzukommen. Er kleidete sich in aller Eile an und ging hinunter in sein Wohnzimmer. Sie kletterten zum Fenster hinein. Sie hatten eine Unterredung - nur eine kurze Unterredung, während der Sie im Zimmer auf und ab gingen. Dann gingen Sie hinaus und schlossen das Fenster. Sie standen auf dem Rasen, rauchten eine Zigarre und beobachteten, was im Zimmer vor sich ging. Schließlich, als Tregennis tot war, gingen Sie den Weg zurück, den Sie gekommen waren. Nun, Dr. Sterndale, wie rechtfertigen Sie Ihre Handlungsweise?

Was war Ihr Motiv? Wenn Sie Ausflüchte machen oder mich hinhalten wollen, dann - das schwöre ich Ihnen - geht die Angelegenheit sofort und für immer aus meiner Hand in die der Polizei. «

Das Gesicht unseres Besuchers war schon bei den ersten Worten seines Anklägers aschgrau geworden. Nun saß er lange Zeit regungslos und wie tief in Gedanken da, die Hände vor das Gesicht geschlagen. Plötzlich griff er mit einer impulsiven Geste in seine Brusttasche, zog eine Fotografie hervor und schob sie uns über den rustikalen Tisch zu.

»Deshalb habe ich es getan!« sagte er rauh.

Das Bild zeigte das Profil einer sehr schönen Frau. Holmes beugte sich darüber.

»Brenda Tregennis!« rief er.

»Ja, Brenda Tregennis«, wiederholte unser Besucher. »Ich habe sie seit vielen Jahren lieb, und seit vielen Jahren liebt sie mich. Das ist das Geheimnis, weshalb ich mich in die Abgeschiedenheit von Cornwall zurückgezogen habe! Es brachte mich in die Nähe der einen, die mir alles auf dieser Welt bedeutete. Ich konnte sie nicht heir aten, denn ich bin mit einer Frau ve rheiratet, die mich seit Jahren verlassen hat. Dank der beklagenswerten Gesetze in England konnte diese Ehe nicht geschieden werden. Seit Jahren wartet Brenda auf mich. Seit Jahren warte ich auf sie. Und dies ist es, worauf wir gewartet haben!« Ein schreckliches Schluchzen erschütterte seinen riesigen Körper. Seine Hände verkrallten sich unter dem Bart am Hals.

Nach einiger Zeit hatte er sich wieder in der Gewalt und fuhr fort:

»Der Pfarrer wußte es. Wir haben ihn ins Vertrauen gezogen. Er könnte Ihnen erzählen, daß sie ein Engel auf dieser Erde war. Er hat mir telegraphiert und deshalb bin ich zurückgekehrt.

Was bedeutete mir mein Gepäck oder Afrika bei dem Geschick, das meinen Liebling befallen hatte? - Da haben Sie die Erklärung für mein Handeln, Mr. Holmes.«

»Fahren Sie bitte fort«, sagte mein Freund.

Dr. Sterndale zog aus seiner Tasche ein Päckchen und legte es auf den Tisch. Auf der Außenseite stand geschrieben »Radix pedis diaboli«. Darunter befand sich ein roter Giftaufkleber:

Er schob es mir zu. »Sie sind Arzt, Sir, haben Sie jemals von dieser Mixtur gehört? «

»Teufelsfuß-Wurzel! Nein, davon habe ich noch niemals etwas gehört.«

»Das glaube ich Ihnen. Außer einer kleinen Probe in einem Laboratorium in Buda gibt es dieses Gift in Europa nicht. Es hat seinen Weg bisher weder in die Pharmazie noch in die toxikologische Literatur gefunden. Die Wurzel ist wie ein Fuß geformt, halb menschlich, halb wie der einer Ziege. Daher der romantische Name, den ein botanisierender Missionar ihr verliehen hat. Dieses Gift wird in bestimmten Gebieten West-Afrikas von Medizinmännern verwandt, die das Geheimnis darum jedoch bewahren. Dieses besondere Pulver ist auf abenteuerliche Weise im Ubangi-Land in meinen Besitz gelangt.« Während er sprach, hatte er die Dose geöffnet.

Vor uns lag ein Häufchen rotbraunen Pulvers, dem Schnupftabak ähnlich.

»Nun?« fragte Holmes streng.

»Ich bin ja dabei, Sir, Ihnen der Reihe nach zu erzählen, was sich zugetragen hat, denn Sie wissen schon so viel, daß - in meinem eigenen Interesse - Sie jetzt alles wissen sollen. Ich habe Ihnen bereits erklärt, in welcher Beziehung ich zu der Familie Tregennis stand. Um der Schwester willen habe ich mich mit den Brüdern befreundet. Es hat einen Familienstreit wegen des Erbes gegeben, woraufhin sich Mortimer vom Rest der Familie abgesondert hat. Aber es hieß dann, sie hätten sich wieder vertragen. Ich habe mich sowohl mit ihm, als auch mit den anderen getroffen. Er war ein heuchlerischer, hinterhältiger Mann, der stets seine eigenen, undurchsichtigen Pläne hatte. Ein paarmal hatte ich Grund, ihm zu mißtrauen, aber zum offenen Bruch zwischen ihm und mir ist es nie gekommen.

Eines Tages - es ist jetzt wohl zwei Wochen her - besuchte er mich in meiner Kate. Ich zeigte ihm einige meiner afrikanischen Kuriositäten. Neben anderem zeigte ich ihm auch dieses Pulver.

Ich erzählte ihm, wie es auf das Zentralhirn einwirkt, das Emotion und Furcht reguliert.

Medizinmänner bestimmter afrikanischer Stämme benutzen es, straffällige Eingeborene damit zu bestrafen. Nach dem Einatmen der giftigen Dämpfe verlieren sie den Verstand oder sterben.

Ebenso habe ich ihm gesagt, daß die europäische Naturwissenschaft bisher noch keine Notiz von diesem Gift genommen hat. Man kann es auch nicht im Körper nachweisen. Wie er es an sich genommen hat, kann ich nicht sagen, denn ich war die ganze Zeit im Zimmer. Vie lleicht hat er den Augenblick benutzt, wo ich den Schrank öffnete und mich über meine ve rschiedenen Büchsen beugte. Vielleicht hat er mir da ein wenig von dem Pulver entwendet. Ich erinnere mich noch, daß er mir hinterher viele Fragen nach der Wirkungsdauer usw. stellte.

Ich habe ja nicht geahnt, daß er persönliche Gründe für seine Fragen hatte.

Ich habe überhaupt nicht mehr an die Sache gedacht, bis mich das Telegramm des Pfarrers in Plymouth erreichte. Dieser Verbrecher hat geglaubt, ich sei längst auf See, wenn die Nachricht in der Zeitung erscheinen würde. Und dann wäre ich jahrelang in Afrika gewesen. Aber ich bin augenblicklich zurückgekehrt.

Jede Einzelheit sprach deutlich davon, daß mein Gift benutzt worden war. Ich kam zu Ihnen, um herauszufinden, ob Sie eine Erklärung hatten. Aber Sie hatten keine. Ich war aber überzeugt, daß Mortimer Tregennis der Mörder war. Schließlich wäre er, nachdem seine gesamte Familie tot oder im Irrenhaus war, alleiniger Verwalter des ganzen Erbes geworden. Er hat mit diesem Ziel mein Teufelsfuß-Pulver benutzt, das seinen Brüdern den Verstand, seiner Schwester jedoch das Leben kostete. Und Brenda war der einzige Mensch, den ich jemals geliebt habe. Und sie hat mich ebenso geliebt. Das war sein Verbrechen. Wie aber sollte seine Bestrafung aussehen?

Sollte ich zur Polizei laufen und die Gerichte bemühen? Wo waren meine Beweise? Ich wußte sehr wohl, daß alle Tatsachen stimmten, aber wie sollte ich das einer Jury von Briten beweisen?

Würden Sie mir meine phantastische Geschichte glauben? Vielleicht! Aber sehr sicher war ich nicht. Ich wollte mir aber keinen Fehlschlag leisten. Meine Seele schrie nach Rache.

Mr. Holmes, ich habe schon einmal gesagt, daß ich viele Jahre außerhalb aller Gesetzlichkeit gelebt habe. Ich bin dazu übergegangen, das Recht in meine eigenen Hände zu nehmen. Und so handelte ich jetzt. Ich schwor mir, daß er das Geschick, das er über die anderen gebracht hatte, mit ihnen teilen sollte. Entweder das, oder ich würde ihm mit eigener Hand Gerechtigkeit widerfahren lassen. In ganz England gibt es keinen Menschen, dem das eigene Leben im Augenblick gleichgültiger wäre.

Ich habe Ihnen alles erzählt. Den Rest haben Sie selbst herausgefunden. Ich bin, wie Sie sagten, nach einer schlaflosen Nacht aufgestanden und habe mich auf den Weg gemacht. Die Schwierigkeiten, ihn zu wecken, sah ich voraus. So sammelte ich Steinchen von dem von Ihnen erwähnten Steinhaufen und warf sie ans Fenster. Er kam herunter und ließ mich durch das Wohnzimmerfenster hinein. Ich habe ihm seine Untat vor Augen gestellt. Ich sagte, ich sei sowohl als Richter als auch als Henker gekommen. Der elende Kerl sank in einen Stuhl und war gelähmt vor Angst, als er meinen Revolver sah. Ich zündete die Lampe an und streute das Pulver drauf. Dann wartete ich vor dem Fenster, immer bereit, ihn niederzuschießen, falls er einen Fluchtversuch wagen sollte. In fünf Minuten war er tot. O mein Gott, was waren das für fünf Minuten! Aber mein Herz war hart wie ein Stein. Er bekam nur, was er meinem armen, unschuldigen Liebling angetan hatte. Das ist meine Geschichte, Mr. Holmes. Wenn Sie jemals eine Frau sehr geliebt haben, können Sie sich vie lleicht in meine Lage versetzen. Ja, ich bin in Ihren Händen. Sie können machen, was Sie wo llen. Ich habe Ihnen gesagt, daß niemand den Tod weniger fürchtet als ich. «

Eine Zeitlang schwieg Holmes.

»Was hatten Sie für Pläne, bevor das Unglück geschah?«

»Ich hatte vor, nach Zentralafrika zu reisen und mich dort in meine Arbeit zu vergraben, die erst zur Hälfte getan ist. «

»Bringen Sie die andere Hälfte zu Ende«, sagte Holmes. »Ich habe nicht die Absicht, Sie davon abzuhalten. «

Dr. Sterndales gigantische Gestalt erhob sich. Er verbeugte sich ernst und ging zur Laube hinaus.

Holmes zündete seine Pfeife an und reichte mir den Tabaksbeutel.

»Ungiftige Tabaksdämpfe sind doch eine recht angenehme Abwechslung«, sagte er. »Watson, ich glaube, Sie stimmen mit mir überein, daß dies kein Fall ist, in den wir eingreifen dürfen.

Wir haben eine selbständige Untersuchung geführt, und unsere Handlungsweise soll nicht dahinter zurückstehen. Würden Sie diesen Mann denunzieren?«

»Gewiß nicht!« antwortete ich.

»Ich habe niemals geliebt, Watson, aber wenn ich je eine Frau geliebt hätte und sie wäre so gestorben - ich hätte gehandelt wie dieser ungesetzliche Löwenjäger. Wer weiß?

Nun Watson, ich will Ihre Intelligenz nicht beleidigen, indem ich Ihnen etwas erkläre, was Ihnen sicherlich längst klar ist. Die Steinchen auf dem Fensterbrett waren natürlich meine Ausgangsbasis. Nichts dergleichen war im Pfarrgarten zu finden. Erst als ich meine Aufmerksamkeit Dr. Sterndales Kate zuwandte, fand ich auch diese Steinchen. Daß die Lampe im he llen Tageslicht schien und der Rest des braunen Pulvers sich auf dem Rand der Lampe befand, waren für mich Beweise, die für sich sprachen. Es waren klare Glieder einer einfachen Beweiskette.

Und nun, mein lieber Watson, wollen wir die Angelegenheit vergessen und uns wieder dem Studium der chaldäischen Wurzeln zuwenden, die mit Sicherheit in dem cornischen Zweig der großen keltischen Sprache nachzuweisen sind.«

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